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15.12.2008

In memoriam Prof. Dr. med. Jürgen Knobloch

Mit Kummer müssen wir mitteilen:

Prof. Dr. med. Jürgen Knobloch

Institut für Tropenmedizin, Universität Tübingen

*10. Mai 1944                     †13. November 2008

ist unversehens aus unserer Mitte gerissen worden.

Wir verlieren einen uns teuren Kollegen, der sich unermüdlich und ideenreich für den deutschen Bevölkerungsschutz eingesetzt hat.

Prof. Dr. Lars Clausen                                      Dr. Johann Wilhelm Weidringer

               Vorsitzender                                       Sprecher Fachbereich Medizin


Schutzkommission beim Bundesminister des Innern



Zum Tod von Professor Jürgen Knobloch

 

Am 13. November starb im Alter von 64 Jahren Professor Dr. Jürgen  Knobloch, Ordinarius und geschäftsführender Direktor des Instituts  für Tropenmedizin der Universität Tübingen. Er war eine herausragende und außergewöhnliche Persönlichkeit.

Jürgen Knobloch wurde in Pommern geboren, wuchs in der Nähe von  Hamburg auf und studierte Medizin an der Universität Kiel. Seine tropenmedizinische Tätigkeit begann er 1973 mit der Bekämpfung von Pocken und Cholera als  Betriebsarzt in Äthiopien. Von 1974 bis 1990 arbeitete er im  Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Große Anerkennung fand seine klinische und pathologische Untersuchung des Ebola-Fiebers, das er 1976 während  eines der ersten bekannten Ausbrüche im Sudan studierte. Mit  bakteriologischen Arbeiten zum Oroya-Fieber des peruanischen  Hochlands habilitierte er und wurde 1990 Ordinarius und Ärztlicher Leiter des Tübinger Instituts für Tropenmedizin. Im Jahr 2006 konnte Professor Knobloch mit dem 9. Tag der Reise- und Impfmedizin das 50-jährige Jubiläum des Tübinger Tropeninstituts feiern.  Ärztlich tätige Kollegen und Kolleginnen aus dem gesamten Bundesgebiet holten sich bei Jürgen Knobloch Rat zur Prävention, Diagnose und Behandlung seltener Infektionserkrankungen. Von 1997 bis 2001 war Jürgen Knobloch Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für  Tropenmedizin und Internationale Gesundheit und trug entscheidend dazu bei, dass inzwischen gemeinsame standardisierte Richtlinien für die Behandlung der verschiedensten Tropenkrankheiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz existieren. Als  Experte und Redner zu diesem Themengebiet war er geschätzt und gehörte in dieser Funktion richtungweisenden Fachgremien wie der Schutzkommission beim Bundesminister des Innern an. Er arbeitet maßgeblich mit an den Gefahrenberichten der Schutzkommission und im Leitfaden Katastrophen-medizin an dem Beitrag zur Seuchenhygiene.          

Persönlich war uns Prof. Knobloch ein wertvoller Freund, gemeinsam forschten wir in Lambarene auf dem Gebiet der Bilharziose. In Lambarene stellten wir fest, dass „Lambarene“, „ich wage es“ heißt, im Lateinischen „attempto“. Das ist zufällig auch das Logo unserer Eberhard-Karls-Universität Tübingen. 

 

Jürgen Knobloch imponierte durch umfassende Kenntnisse in der  praktischen Tropenmedizin, äußerst kritisches Urteilsvermögen und  nicht zuletzt durch seinen geistreichen und unkonventionellen Humor. Mit ihm verlieren die deutsche Tropenmedizin und die Schutzkommission eine charismatische  Persönlichkeit.

 

Rolf Horstmann, Carsten Köhler, Philipp Zanger und Peter G. Kremsner, Bernd Domres

Zusatzinformationen

Kontakt

Geschäftsführer
Dr. Wolfgang Weiss
c/o Bundesamt für Strahlenschutz

Ingolstädter Landstraße 1

85762 Neuherberg

Telefon:0049-(0)3018-333 2100

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