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Arbeitsgruppe

Ad-hoc Arbeitsgruppe "SchienenVerkehrsSicherheit"


Zur Aufklärung möglichen Gefahrenlagen im bundesdeutschen Schienenverkehr sowie zur Erarbeitung von Empfehlungen zur Verbesserung der Lage wird eine temporär beratende ad-hoc Arbeitsgruppe Schienenverkehrssicherheit eingerichtet (AG SVS).

Beratungsgegenstand:

Der schienengebundene Verkehr bildet eine der wichtigsten Infrastrukturen in der Bundesrepublik Deutschland und verfügt über eine lange und erfolgreiche Tradition. Das System Bahnverkehr entwickelt sich mit zunehmender Dynaxität (Dynamik + Komplexität). Charakteristische Systembestandteile sind Technik, Organisation und Personal. Zur Konkretisierung dieses Sachverhaltes sei exemplarisch an die neuen ICE-Generationen VELARO bzw. ICEx und an den Börsengang mit der dementsprechenden Liberalisierung der Deutschen Bahn erinnert. .

Sicherheitsexperten wissen um den grundsätzlichen Umstand, dass mit jeder techno-logischen Chance auch inhärente Risiken verbunden sind. Die großen Eisenbahnunfälle des 19. Jahrhunderts konfrontierten die Öffentlichkeit erstmalig mit dem Phänomen des technischen Massenunfalls. Die Risikosituation hat sich seither verändert und wird sich weiter verändern. Beispielsweise ist bei der neuen ICE-Generation ICEx von Höchstgeschwindigkeiten bis 280 km/h sowie bei kurzen Zügen von bis zu 550 Sitzplätzen (bisher 391) und bei der langen Version von bis zu 810 Sitzplätzen (bisher 650) auszugehen. Der Bremsweg der ICE-Generation VELARO wird mit 3.900 m (320 auf 0 km/h) beziffert. Risiken können den drei Bereichen

·          Systemumgebung,

·          Betrieb,

·          menschliche Einwirkung

zugeordnet werden. Exemplarisch für Risiken aus der Systemumgebung sind Hochwasserlagen oder Erdrutsche, aus dem Betrieb versagende Fahrgestelle oder Schienen und aus dem Bereich menschliche Einwirkungen innerhalb der Unternehmensorganisation unterlassene Tätigkeiten bzw. oder rechtswidrige Fremdeinwirkungen.

Die Deutsche Bahn verfügt als äußerst erfahrenes und hochkompetentes Unternehmen über eine gute Sicherheitskultur und ist um die nachhaltige Verbesserung ihrer sicherheitsgerichteten Prozesse bemüht. Gleichwohl sollte die Deutsche Bahn daran interessiert sein, Mitgliedern der SK ihr Sicherheitskonzept zu erläutern und mit denselben konstruktiv zu diskutieren, um weitere Verbesserungen zu erreichen. Dies trifft gleichermaßen für die beiden Behörden Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) als oberste Bundesbehörde sowie das Eisenbahnbundesamt (EBA) als Aufsichts- und Genehmigungsbehörde zu.

Beratungsgegenstand der Arbeitsgruppe SVS ist insbesondere das Risiko von Großschadensereignissen, die in einem Massenanfall an Verletzten (MANV) oder Freisetzung von Gefahrstoffen in großen Mengen resultieren könnten. Im Zusammenhang mit dem MANV interessieren die vom Unternehmen aus der Risikobeurteilung erlangten einschlägigen Erkenntnisse, die dazu angewandte Beurteilungsmethodik sowie daraus abgeleitete präventiven und für den Ereignisfall vorgesehenen vorsorglichen Maßnahmen. Unter Aspekten des Bevölkerungsschutzes sollten die Zuständigkeiten (Verantwortlichkeiten) für die Implementierung einschlägiger Maßnahmen sowie die Grenzen der Beherrschbarkeit und daraus resultierende Restrisiken untersucht werden.

Der von der Schutzkommission initiierte Dialog trägt den Titel „Schienen-verkehrssicherheit“. Damit soll deutlich werden, dass Sicherheit ein kongruentes Ziel des Unternehmens Deutsche Bahn als auch der Schutzkommission darstellt. Die SK bietet im Rahmen des Dialogs ihre Bereitschaft an, die Deutsche Bahn AG nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten zur Thematik sachverständig und aus einem anderen Blickwinkel zu beraten. Entsprechend ihrem gesetzlichen Auftrag wird sie den Bundesminister des Innern und die Bundesregierung objektiv und aktuell über das Beratungsergebnis informieren.

Fachbereich:

Natur- und Ingenieurswissenschaften

Leiter der Arbeitsgruppe:

Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Gerd Hermann

Mitglieder der Arbeitsgruppe:

  • Univ.-Prof. Dr.-Ing. Uli Heinz Barth
  • Univ.-Prof. em. Dr.-Ing. Dr. h. c. Horst Falkner
  • Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jan Luiken ter Haseborg
  • Prof. Dr. Gerhard Matz
  • Dr. rer. nat. Willi Marzi
  • Dr. rer. nat. Horst Miska
  • Univ.-Prof.  Dr. rer. nat. Rolf-Dieter Wilken



Meilensteine/Zeitplan:

· Erörterung des Beratungsgegenstandes im BMVBS: November 2010

· Fachbeitrag zum vierten Gefahrenbericht: 2011

· Erörterung des Beratungsgegenstandes mit der Bahn AG: 2011

· Erörterung des Beratungsgegenstandes mit dem Eisenbahnbundesamt: 2011

· Kursorische Sachstandsberichte zum Beratungsfortschritt im Rahmen der ordentlichen Sitzungen des Fachbereiches 2/B: Herbstsitzung 2011

· Abschlussbericht für den Fachbereich 2/B und den Inneren Ausschuss: 2012

Zusatzinformationen

Kontakt

Geschäftsführer
Dr. Wolfgang Weiss
c/o Bundesamt für Strahlenschutz

Ingolstädter Landstraße 1

85762 Neuherberg

Telefon:0049-(0)3018-333 2100

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